6. November 2012

Dschungelexpedition mit Hindernissen

Sawadee!
Das ist lao und heißt Hallo! Für die vergangenen drei Tage hatte ich schon vor einigen Wochen in Deutschland ein ganz besonderes Abenteuer gebucht. Ich habe die „Gibbon Experience“ gemacht, nicht zu verwechseln mit dem deutlich weniger spektakulären „Gibbon Flight“ in Chiang Mai. Es war für asiatische Verhältnisse sehr teuer, doch es ist absolut einmalig und das Geld ist schließlich auch für einen guten Zweck. Denn das Projekt hat aus ehemaligen Wilderern Angestellte gemacht, die Touristen in den Regenwald begleiten und den Menschen somit eine Chance geben, den Lebensraum von Gibbons und diversen anderen wilden Tieren hautnah zu erleben. Zwischen den teils sehr anspruchsvollen Trekks sind immer wieder sogenannte Ziplines gespannt, also simple Metalldrähte die hunderte Meter über Täler und Schluchten hinweg als Transportmittel dienen. Diese sind auch die einzige Möglichkeit in die gigantischen Baumhäuser zu gelangen, in denen man dann mitten im Urwald übernachtet. Es gibt die „Classic Tour“ für Bequeme und die „Waterfall Tour“ für Irre, ich muss wohl nicht erwähnen für welche ich mich entschieden habe ;-) Die letzten Tage waren so ziemlich das Extremste was ich je erlebt habe und ich werde versuchen es so authentisch wie möglich wiederzugeben. Also machts euch bequem und besorgt euch nen Drink, das hier wird wahrscheinlich der längste Blogeintrag von Allen.

Der Wecker klingelt. Ohje, regnet es noch? Gestern Abend hatte es noch ein wenig geregnet. Das müsste dann aber auch der eine durchschnittliche Regentag für diese Region im November gewesen sein! Mit flauem Gefühl im Magen schaue ich aus dem Fenster und sehe, dass die Straße noch ein wenig feucht ist. An sich ist ein bisschen Wasser von Oben ja nicht schlimm, aber im Regenwald ist das laut diverser Reiseberichte etwas Anderes. Trampelpfade seien plötzlich unpassierbare Schlammgruben und Blutegel ohne Ende gebe es auch. Aber halb so wild, der Himmel ist schließlich knallblau. Ich nehme meinen kleinen Rucksack und meine Wanderschuhe und besorge mit bei Tom (Er heißt Tom, nicht Ham – Er kann nur nicht reden) die zwei reservierten Sandwiches. Tom wirbt mit einem Pappschild „I have everything for the gibbon!“, was genau vier Sachen sind: Dünne Handschuhe fürs Zippen, Mosquitospray, Batterien für die Taschenlampe und lange FC-Barcelona-Socken gegen die Blutegel. Ich besorge mir die Handschuhe, da ich den Rest bereits habe und gehe zum Büro des Projektes. Neun andere Abenteurer, davon vier Paare aus allen Ecken der Welt treffen ebenfalls ein. Ich bin offensichtlich der Jüngste hier. Nach einer Sicherheitseinweisung mittels Video (wie jetzt, kein Lagerfeuer im Baumhaus?) setze ich mich in eines der beiden mächtigen Allradfahrzeuge und es geht los in Richtung Wildnis.

Ich sitze auf der Rückbank neben Kate und Dave aus Melbourne und wir unterhalten uns angeregt über alles Mögliche. Nach einer guten halben Stunde Fahrt schießt mir plötzlichen ein schrecklicher Gedanke durch den Kopf. Oh nein, bitte nicht. Das ist jetzt nicht wahr. Ein kurzer Blick in meinen Fussraum und ich hatte Gewissheit. Fuck! Fuck! FUCK!!! Ich Volldepp habe es doch tatsächlich geschafft meine schweren Wanderschuhe inklusive Wandersocken um die halbe Welt zu schleppen um sie dann, wenn ich sie am meisten brauche irgendwo im Büro des Projektes stehen zu lassen. In der Aufregung und beim Gespräch mit den Anderen hatte ich einfach wie gewohnt nur meinen kleinen grünen Rucksack genommen. Ich erkläre mein Problem Dave und Kate, aber die gucken mich nur entsetzt an. Ich tippe dem Laoten auf dem Beifahrersitz auf die Schulter und versuche dort mein Glück. „Do you speak english?“ -“no“ kam es synchron von ihm und dem Fahrer. Ich halte ihm verzweifelt meine Flip Flops vor die Nase, welche ich bis zum Beginn der Wanderung anhaben wollte und daher im Moment trage. „No shoes!!!“. Er hält mitten auf der Straße an und ein Laote von der Ladefläche kommt zu mir. Er erklärt mir, dass er die Schuhe im Büro gesehen hat und dachte sie gehören Einem der letzten Gruppe. Er würde dort anrufen, damit sie keiner klaut und ich könne mir auf dem Weg dahin bei einem Rastplatz ein paar Schuhe kaufen. Wir fahren weiter und mir ist ein wenig schlecht. Während draußen die beeindruckende Landschaft an mir vorbeizieht sehe ich mich vor meinem inneren Auge nur halb nackt durch den Urwald kriechen. Was würde mich erwarten? Wir kommen schließlich am besagten Rastplatz an: Eine kleine Holzhütte mitten im Nirgendwo, doch in einem Regal stehen tatsächlich Schuhe. Ich frage das kleine Kind an der Kasse, wie viel sie kosten, und es hält mir wie in Laos üblich den immer gleichen Taschenrechner mit dem Betrag unter die Nase. Umgerechnet knapp zwei Euro für billige Gummischuhe, das ist in Ordnung. Ich räume zwei mal das Regal aus und wieder ein und halte das größte verfügbare Paar in den Händen: Größe 41. Alles klar, ich hab 45, das sind ja nur 4 Nummern Unterschied. Ich komme sogar komplett in den Schuh rein, aber er biegt sich komplett durch und Kletterschuhe fühlen sich dagegen wie bequeme Hausschlappen an. Ich wende mich an den einen Laoten, der ein wenig Englisch kann und zeige ihm mein Problem. Ich frage ihn, was zur Hölle ich denn jetzt nur tun soll. Er überlegt kurz und grinst mich an: „Flip Flops.“

Der Toyota quält sich bergab
Basislager
Wir verlassen plötzlich die Straße und fahren eine steile Böschung hinab durch einen Fluss. Eine gute Stunde lang geht es durch das Noch-mehr-Nirgendwo immer tiefer in das Reservat, und die Vegetation wird immer üppiger. Wir passieren heruntergekommene Dörfer, die man sonst nur aus dem Fernsehen kennt. Hühner, Schweine und Kühe rennen hektisch zur Seite, während der einäugige Dorfopi das befremdliche Fahrzeug mustert. Die Strecke ist deutlich anspruchsvoller als die, die ich im letzten Eintrag beschrieben habe. Das Fahrzeug kämpft sich regelrecht nach vorne und wir werden ordentlich durchgeschüttelt. Schließlich erreichen wir unser Basislager, das letzte Dorf entlang des Pfades. Wir treffen die Rückkehrer der vorherigen Tour, welche uns stolz ihre Blutegelwunden zeigen und von großen Spinnen berichten. Ich zeige ihnen meine 100g leichten Wanderschuhe mit Beachfeeling. „Ouh man, you cant do this“. Na klasse. Was soll ich tun - Zurückkehren, vier Tage in Huay Xai abschimmeln und mir mein Leben lang dafür in den Arsch beißen oder vielleicht doch lieber auf Flip Flops ins Verderben rennen? Ich entscheide mich für Letzteres und beginne mit blassem Gesicht meinen Marsch in den Regenwald. Wir haben uns aufgeteilt und ich bin jetzt mit Dave und Kate, sowie dem Holländer Rene und seiner holländisch-iranischen Freundin Farnaz unterwegs. Zwei Laoten, mit denen wir uns kaum verständigen können bilden Anfang und Schlusslicht des Trupps. Bei den ersten Flussdurchquerungen, wo alle Anderen die Schuhe ausziehen müssen, kann ich meine Unsicherheit noch gut überspielen. „You took the wrong shoes, guys!“ Allerdings sind meine Flipflops ziemlich minderwertig und außerdem so durchgelatscht, sodass der vordere Teil bei zu viel Druck (zum Beispiel Strömung oder Schlamm) stets raus reißt und die Treter an meinem Fußgelenk baumeln. Beim kurz darauf folgenden, extrem schlammigen Abschnitt sind sie daher nicht mehr zu gebrauchen und ich presse meine Füße in die Gussgummischuhe. Nach einigen Metern gebe ichs auf und laufe barfuss weiter – Noch einen Kilometer in den Schuhen und ich habe morgen zwei fette Entzündungen an den Zehen. Also laufe ich barfuss durch fast knietiefen Schlamm und versuche möglichst keine Löcher durch Äste und Steine zu bekommen, die sich immer wieder darin verstecken. Jetzt eine Verletzung unterm Fuß, das wärs noch. Uns kommen kleine Kinder auf Kühen entgegen, die meine offensichtlich eigenartig wirkende Gangart bemerken und laut lachen. „No problem“ sagt Rene, „the german support us, we support the germans!“ Es geht immer tiefer in den Regenwald und ich laufe barfuss oder in Flip Flops. Der Wald ist so dicht, dass vom Tageslicht nur recht wenig zu uns durchkommt. Umgeben von zehn Meter hohen Bambuspflanzen, die neben den gigantischen Bäumen aussehen wie Rollrasen schnippe ich mir einen weiteren Egel von den blutigen, schlammbeschmierten Füßen, während ein großer bunter Schmetterling an mir vorbei fliegt. Es geht schlammige Treppen bergauf und wieder bergab, wobei die Stufen entweder nur in den Berg gehackt oder mit einer Latte fixiert wurden, wobei jedoch links und rechts spitze Äste aus dem Boden ragen, an welchen diese fixiert ist. Ab und zu rutsche ich aus, einmal möchte ich mich an einem morschen Bambus festhalten, mit dem ich schließlich ein paar Meter bergab flitze. Ich erinnere mich an den Bericht von einem Deutschen, der sich hier ein Bein gebrochen hat und zwei Tage bis ins nächste Krankenhaus gebraucht hat und bekomme das erste Mal seit sehr langer Zeit richtige Angst. Der Kerl hatte Wanderschuhe.

Päuschen am Wasserfall
"Spider-free zone"
Dave im Bambuswald
Wir erreichen einen kleinen See, wo wir eine Pause machen. In den See fließt ein Wasserfall, daher heißt die Tour auch „Waterfall Tour“. Bei der „Classic Tour“ wandert man lediglich zu kleineren, nahegelegenen Baumhäusern und kann dort verweilen und zippen. Ich versuche, soweit wie möglich den stufenartigen Wasserfall hinauf zu klettern und genieße das kühle Nass. In Gänze selbstlos opfere ich mich, um der ansehnlichen Iranerin beim Vorankommen eine Hilfe zu sein.. Schließlich geht es weiter, wir bekommen unser Klettergeschirr mit dem Zipper und erreichen wenig später unsere erste Zipline. Einer der Laoten versucht, uns mit den 10 englischen Wörtern die er beherrscht zu erklären wie wir Zippen müssen. „No brake no brake!“ -Alles klar. Ich hake den Sicherungskarabiner und den Zipper ein, und stoße mich laut quiekend von der provisorisch zusammengezimmerten Plattform ab. Es ist ein unbeschreibliches Gefühl, in über 100 Metern Höhe über den Regenwald zu fliegen. Ich ignoriere den fetten Brandfleck an meinem Arm, den ich bekomme als ich an einer Baumspitze leicht hängen bleibe und bei voller Fahrt das Seil berühre. Das Adrenalin vertreibt den Schmerz, die Aussicht ist grandios und der Flug ist auch nach zehn oder zwanzig Zips jedes Mal einfach nur geil. Am späten Nachmittag erreichen wir schließlich die Zipline, die in unser Baumhaus für die erste der beiden Nächte führt. Diese Baumhäuser in bis zu 70 Metern Höhe sind individuell und gemütlich gebaut und haben bis zu 3 „Etagen“. Wir hatten eine Falltür im Boden, von wo aus man die Dusche mit Blick über den Regenwald erreichen konnte. Ich errichte mit typisch deutscher Akribie meine „Spider-free zone“, indem ich eines der Stoffzelte aufhänge und sämtliche Ritzen und Fugen verschliesse. Mein durchgeschwitztes T-Shirt stopft ein großes Loch in der Ecke und eine zweite Matratze bedeckt den löchrigen Boden. Möge die Nacht kommen!

Dusche in 70m Höhe mit Blick über den Regenwald
Dinner in the dark
Irgendeiner der haarigen Gäste
Ich säubere und verarzte meine Füße, bevor wir uns für eine weitere Runde Zippen bereit machen. Die Laoten sind längst verschwunden, aber angeblich soll es bis 18:30 Uhr hell sein. Wir machen uns auf den Weg und irren schließlich durch den Dschungel, da es einfach keine Karte von dem Gebiet gibt und auf den wenigen Holzschildern nur Hieroglyphen zu sehen sind. Bereits um 17:30 ist es so dunkel, das ich kaum noch den Boden erkennen kann. Klar geht die Sonne erst später unter, aber durch all die Vegetation kommt einfach kaum Licht. Ich habe glücklicherweise eine Taschenlampe eingesteckt und nach kurzem, aber überflüssigen Marsch zippen wir wieder in unser Baumhaus (TH6). Auf dem kniehohen Tisch steht unser Abendessen – Reis mit Gemüse, jummi! Wir essen im Dunkeln, während ich am Dach des Baumhauses das erste mal Spinnen sah, die größer als in Deutschland sind. Jede Menge braune, bis zu 10cm fette Brummer mit dicken Beinen schauen mir dabei zu, wie ich nach übermäßigem Konsum des Pilzgerichtes ein wenig würgen muss. Die Laoten pflücken anscheinend alles, was nicht ausdrücklich giftig ist – Geschmack ist Nebensache. Wir trinken komischen Reiswein und Beerlao bei spärlichem Licht aus einer Solarlampe und haben lange, gute Gespräche. Ich habe echt eine nette Truppe erwischt. Gegen 10 wollen wir ins Bett gehen und ich leuchte noch einmal die Decke ab, um ein oder zwei Fotos von einer der vielen netten Spinnen zu machen, deren Augen mich auf dem Kameradisplay anleuchten. Ich zucke und lasse vor Schreck fast die Kamera fallen. Ganz oben an der Decke, in der Mitte vom Baumhaus hängt ein absolutes Mordsvieh. Deutlich größer als die Anderen, bestimmt 15cm, mit schwarz glänzendem, fetten Unterleib und merkwürdigen Borsten. Holy shit. Ich zeige meinen Fund Farnaz, die gerade nebene mir stand und sie rennt panisch zu ihrem Freund. Dabei hat sie das Vieh erst gar nicht erkannt, weil sie offensichtlich nach etwas kleinerem Braunem gesucht hatte und dachte „Huge Hugo“ sei ein Stück vom Dach. Ich verzichte aufs Zähneputzen in der tieferen Etage und krieche in mein Stoffzelt. Erneut suche ich Alles nach Dingen ab, die mehr als zwei Beine haben. Ich nehme das Spannbetttuch und ein Handtuch als Decke und versuche zu schlafen. Es beunruhigt mich ein wenig, das die Laoten einfach verschwunden sind, da wir nicht wissen wo wir sind und es im Urwald natürlich auch kein Netz gibt. Außer dem von Hugo. Die Geräuschkulisse des Dschungels ist einfach umwerfend. Pervers laute Insekten übertönen die meisten Vögel, und ab und zu hört man wieder etwas Neues. Ein halbes Stündchen später fühlten sich ein paar andere Tiere durch Dunkelheit und Stille eingeladen, uns zu besuchen: Ratten. Keine zwei Meter von meinem Kopf entfernt machen sie sich mit lautem Getöse über unsere Essensreste her. Man kann nicht durch das Stoffzelt schauen, aber die Geräusche lassen nicht auf kleine, süße Mäuschen schließen. Ich höre einen der Hocker umfallen und beginne damit, meine „Spider-free zone“ zu einer „Rat-free zone“ zu upgraden. Entschuldigt die Anglizismen, ich bin in Laos, ich darf das! Ich stelle also alle Dinge, die ich dabei habe auf das Ende des Stoffzeltes, um bei möglichem Kontakt ein Minimum an Widerstand zu bieten. Es wird ein wenig ruhiger, doch man hört es immernoch ab und zu quieken, Vögel landen im Baumhaus und irgendetwas tippelt über den Holzboden. Verdammt, ich muss aufs Klo. Was soll ich tun? Bis morgen früh durchhalten – unmöglich. Raus aus dem Stoffzelt, um fernab der Zivilisation, ohne die Möglichkeit eines Hilferufs neben Mörderspinnen und Urwaldratten durchs Baumhaus zu klettern – nie im Leben. Ich pinkelte in meinen Gussgummischuh Größe 41 und legte mich schlafen.

Der Wecker klingelt. Kackding. An meinem Beinen ist die übelste Stichception, etwa 20 neue Mosquito(?)stiche bedecken die Haut abwärts der Knie. Mir machen uns auf zu einem kleinen Hike vor dem Frühstück. Nur die größten Bäume stechen aus dem dichtem Nebel hervor, der dem Dschungel eine unvergleichliche Atmosphäre gibt. An einer Wasserstelle wollte ich den Hahn zudrehen, hab dadurch aber irgendwie die Duschfunktion aktiviert, wie Farnaz hinter mir unfreiwillig feststellen muss. Jetzt hat sie ein nasses T-Shirt, es gibt Schlimmeres. Wir hatten uns alle auf Reis mit Gemüse gefreut und wurden nicht enttäuscht. Einer der Laoten wühlt in meinen Sachen rum, tut so als ob er mit meinem Handy telefoniert und schnappt sich meine Kamera, um uns beim Essen zu filmen. Egal. Wir machen uns auf, um zu unserem nächsten Baumhaus zu wandern. Die Wanderung mit Flip Flops ist hart und meine Beine zittern vor Erschöpfung, da ich permanent den vorderen Teil vom Fuß belasten muss. Glücklicherweise hat es nicht geregnet, denn dann wäre ich jetzt „one hundred percent fucked, maaan“, um es mit den Worten des sympathischen Holländers zu sagen. An einer Stelle höre ich merkwürdige Geräusche und finde einen Ast, an dem sich tausende Termiten zu schaffen machen. Krasse Viecher. Nach geschätzten fünfeinhalb Ewigkeiten erreichen wir endlich eine der beiden Ziplines, die in unser zweites Baumhaus führen. TH5 ist einfach nur „fucking amazing“. Der „Outzip“ ist in Bodenhöhe, man muss sich auf eine Stufe setzen und fällt erst ein bis zwei Meter, bevor es nach vorne geht. Im Dach des Baumhauses befindet sich eine „rooftop sweet“, welche von Dave und Kate beschlagnahmt wird. Sie werden es später noch bereuen, wenn sie der Spinne begegnen, die aussieht wie eine Kakerlake mit Fangzähnen und acht Beinen. Freudenschreie hallen durch den Dschungel, als wir unser sehnlichst erwartetetes Abendessen - Reis mit Gemüse – über die Zipline geschickt bekommen. Der Abend verläuft ähnlich wie der erste, nur dass wir deutlich mehr Bier (ein Einheimischer verkaufte welches am Wegesrand) getrunken haben und lange Zeit „500“ spielen, eine Art australische Variante von Skat für mehrere Leute. Beim Öffnen der Bierflaschen mit meinem Buschmesser schossen die Kronkorken mit enormer Kraft an die Decke. Mit dem guten Gefühl, womöglich einen Verwandten von Hugo erschossen zu haben legte ich mich schlafen.

Zip in das zweite Baumhaus
Mit spektakulärem Bungee-Outzip
Baum, Don, Ich
Der Wecker klingelt. 5:42 Uhr – Zeit fürs animal-watching. Oh shit, es regnet. In der Ferne ist Donnergrollen zu hören. Fuuuck! Wir laufen ein knappes Stünchen durch den Regenwald, sehen aber keine Tiere. Trotzdem ist es der Dschungel früh morgens in magisches Licht getaucht und wir können Gibbonaffen singen hören. Bei der letzten, mir unbekannten Zipline sagt der Laote „no brake, no brake!“. Die Anderen zippen vor mir, und ich spüre am Drahtseil das sie sich am Schluss ein gutes Stück ziehen müssen. Da ich immer ein wenig flotter unterwegs war als die Anderen hoffe ich, ohne Ziehen das Ende zu erreichen. Da schneidet sich immer so der Gurt in den Rücken... Ich stoße mich also mit den total zerlegten Flip Flops von der Plattform ab, lege mich aerodynamisch in den Wind und ziehe mich selbst am Zipper etwas hoch. Das Ziel kommt näher und es hat den Anschein, als würde ich es schaffen. Jap, ich schaffe es. Oh, ich sollte vielleicht sogar bremsen. Fuuuck! Ich bremse mit aller Kraft auf den letzten Metern, knalle aber dennoch am Ende mit den Füßen voran in den Baum. Der Laote schaut mich an wie ein Auto. Unter meinem rechten großen Zeh hat sich auf mehreren Zentimetern die dicke Hornhaut vom Fleisch gelöst. Ich humpel zurück in Richtung Baumhaus und muss auf dem Weg noch einen kleinen Blutegel aus meiner frischen Wunde ziehen. Glücklicherweise hat er sich noch nicht festgebissen. Im Baumhaus kommen mal wieder Antiseptikum, Kompressen und diverse Cremes zum Einsatz. Beim Frühstück schüttet es wie aus Eimern und wir bereiten uns auf den Marsch zum Basislager vor. Ich ahne bereits, dass es ein harter Weg werden wird. Ich schenke meine Kloschuhe einem netten Laoten, der sich wahnsinnig darüber freut und bastel mir aus meinen Flip Flops und Schnürsenkeln ein Paar provisorische Sandalen. Ich verknote alles so, dass die Flip Flops nicht mehr auseinander reissen können und ich mehr Halt habe. Die schmerzende Wunde packe ich in einen Verband und ziehe mein eines, dreckiges Paar weißer flacher Socken darüber, bevor ich in meine „Sandalen“ schlüpfe. Jacke an, Hut auf, möge der Spass beginnen. Der Laote deutet in den Regen. „no good fiep fop!“ Danke für die Info. „left or right?“ fragt Kate. „Läpp!“ Alles klar.
Am dritten Tage auferstanden

Der Hike zum Basislager ist schlichtweg pervers. Ich laufe mit offenem Fuß in Flipflops durch den verregneten Urwald, auf Wegen wo meine Gruppe mit dicken Wanderschuhen schon oft ausrutscht und hinfällt. Plötzlich bin ich dankbar für jedes Parkourtraining der letzten Monate, welches mir zu mehr Körperkontrolle und Koordination verholfen hat – hier habe ich es wirklich gebraucht. Ich nutze jeden Ast, den ich bekomme für zusätzlichen Halt und überlege mir jeden Schritt zweimal. Fast falle ich den Abhang hinunter, da sich ein aus den Augenwinkeln vermeindlicher Bambus als komischer, stacheliger Baum entpuppt. Ein gigantischer Tausendfüßler liegt eingerollt auf dem Weg, und wir laufen unter einem großen Spinnennetz durch, in dessen Mitte der Besitzer thront. Teilweise laufe ich auf allen Vieren, da ich ansonsten unweigerlich stürzen würde. Über Stock und Stein Stamm und Fels geht es steil bergab durch dichten Bambuswald. Auf den letzten Metern vor dem Basislager war es extrem schlammig, und ein netter Laote stützte mich während ich meine zerkratzten Beine über rutschige Baumstämme manövrierte. Das klingt alles sehr negativ, doch ich bin sehr froh eine derartige Grenzerfahrung gemacht zu haben, bei der ich an meine Grenzen kam wie nie zuvor. Schmerz und Erschöpfung wurden regelrecht in motivierenden Zorn und Willenskraft umgewandelt, und man fühlt sich ein wenig wie Frodo, der gerade Mount Doom besteigt um überflüssigen Goldschmuck zu entsorgen. Im Basislager angekommen war ich überglücklich und genoss nach einem lauten Jubelschrei mein unerwartet schmackhaftes Reisegericht, während mir zig Hundewelpen zwischen den Beinen rumwuselten um fehlgeleitete Reiskörner zu eliminieren.

Die gesamte Truppe
Unser Shuttle ins Nichts
Ein letztes Highlight der Expedition war die Rückfahrt. Ich saß auf der Rückbank des Toyotas, der sich den matschigen Pfad mit seinen metertiefen Rillen hoch quälte. Zwei Hände reichten nicht aus um sich so festzuhalten, dass man nicht über die gesamte Ladefläche gewürfelt wurde. Eine knochige alte Frau stieg dazu, und die riesigen Bohnen aus ihrer Tüte flogen uns um die Ohren. Ich holte mir noch ein paar blaue Flecken zusätzlich ab, da ich unbedingt ein Stückchen der Fahrt filmen wollte und in der Zeit nur eine Hand zum festhalten hatte. Auf der Landstraße überholten wir waghalsig LKW, die in Schrittgeschwindigkeit den Berg hoch keuchten, umfuhren auf der Straße schlafende Hunde und hatten eine Vollbremsung, als vor uns eine Kuh auf die Straße rannte. Zurück in Huay Xai nahm ich eben schließlich meine blitzsauberen, auf meiner Reise bisher ungenutzten Wanderschuhe in Empfang und holte mir erstmal eine Grillplatte mit Pommes und Cola für knapp 6 Euro, während ich mit Kate und Dave Fotos austauschte. Wir wollen uns in Australien wieder treffen – mal sehen. Ich brachte meine Wäsche zur Laundry (ein kleiner Junge spielte den Dolmetscher – Respekt!) und sitze seitdem im billigsten Zimmer des Dorfes für weniger als 4 Euro und schreibe diesen monströsen Reisebericht. Die Gibbon Experience kann ich eingeschränkt empfehlen. Das Zipping, die Baumhäuser und der Dschungel an sich sind einfach der Wahnsinn. Ein paar Wanderschuhe können jedoch durchaus von Vorteil sein. Wer übermäßige Angst vor Spinnen und Co oder Höhenangst hat, oder auf „Achtung, Inhalt könnte heiß sein!“-Schilder auf Kaffeebechern angewiesen ist sollte aber vielleicht lieber zuhause bleiben. Morgen treffe ich meine neue Straygruppe, und in zwei oder drei Tagen werde ich in Luang Prabang erneut aussteigen um mich ein wenig zu erholen. 

Phôp khan mai,

Florian



3. November 2012

Sonnenkreme für Elefanten

Am Dienstagmorgen fand ich mich also beim Stray Office in Bangkok ein und traf dort zunächst nur einen Mann, der offensichtlich auch mitkommen wollte. Wir unterhielten uns eine Zeit lang auf Englisch, wobei ich mir schon nach der ersten Woche einbilde Fortschritte gemacht zu haben. Auf meine Frage „So, whats your name?“ bekam ich dann allerdings die Antwort „Rüdiger!“, und wie sich herausstellte tritt ich meine Reise mit 5 anderen Deutschen und einem Pärchen aus Holland an. Stört soweit nicht, da die meist gesprochene Sprache alleine schon wegen unserem britischen Tourguide Kalie (special K) dennoch Englisch ist und später noch Leute aus Irland, England und Australien hinzukamen. Ich teile mir seit 3 Tagen ein Doppelzimmer mit Jana aus Frankfurt und bin bisher von der Reiseart des Bus-Hoppings sehr begeistert. Man muss sich wenig um Transport und Unterkünfte kümmern und hat dennoch alle Freiheiten, die man sich als Backpacker wünscht und kann auf eigene Faust losgehen, Verweilen oder Weiterreisen wie es einem gerade in den Kram passt.

Den ersten Teil der Strecke haben wir in einem öffentlichen Bus zurückgelegt, was an sich schon recht interessant war. Der ranzige Blechkasten hüpfte und schaukelte über die kurvigen Landstraßen Thailands, während es bei einem Blick aus dem Fenster neben der Landschaft auch Kuriositäten wie 4 Menschen auf einem Roller oder zwei auf dem Führerhaus eines offenen Viehtransporters zu bestaunen gab. Im Bus lief Karate Kid, allerdings die thailändische Version mit völlig anderen, schnulzigen Szenen und bemerkenswert grausamer Filmmusik – Die „locals“ waren begeistert. Neben mir saß ein etwa 60-Jähriger Kanadier, der jährlich 3 Monate als Strandverkäufer in ärmlichen Verhältnissen lebt und den Rest des Jahres mit dem Ersparten um die Welt reist.
Während ein Michael Jackson -Double die Tickets kontrollierte (es sind immer 3 Angestellte an Bord) tötete ich meine erste Mosquito, liege also nur noch 1 zu ca. 25 hinten. I`ll kill them all!! In der ersten Nacht gab es einen richtig heftigen Regenschauer, wie ich ihn bisher noch nicht erlebt habe. Noch am nächsten Morgen, als ich mit den Mädels auf Leihfahrrädern über das Tempelgelände Thailands alter Hauptstadt Sukhothai dem Sonnenaufgang entgegen fuhr stand dieses teilweise Flächendeckend unter Wasser – jetzt nur nicht absteigen! Ein Straßenhund ist uns die ganze Zeit gefolgt und wir fanden eine kleine Schildkröte mitten auf der Straße.


Von links nach rechts: Elsa, Tum, Katie, Ich und Nina im Taxi in Chiang Mai

Und er wurde plötzlich müde
Wir kamen Abends in Chiang Mai an, wo Stray standardmäßig 2 Übernachtungen einplant. Ich schloss mich einigen Leuten aus dem Hostel an und ging zum einem lokalen Muay-Thai Boxkampf. Wir tranken einige Chang Beers, welche offiziell 6,4% haben, aber oftmals produktionsbedingt Schwankungen nach oben haben. Die Kämpfe waren spannend, aber recht brutal. Es gab einige K.O.s und bevor der Sieger mit blutigem Gesicht sein Preisgeld entgegen nahm betete er stets kniend in jeder Ecke des Boxrings. In der Zwischenzeit wurden die Leute bei Laune gehalten, indem zum Beispiel 6 Boxer gleichzeitig mit verbundenen Augen in den Ring stiegen und zu „Gangnam Style“ ziellos um sich schlugen, was wirklich sehr lustig war. Ich bin kein großer Fan vom Boxsport, doch hat es sich gelohnt dort hingegangen zu sein.


Er hat den längeren Rüssel
Am Donnerstag stand eine große Tour auf dem Programm, welcher sich alle Stray-Reisende anschlossen und für mich und Rudy (37) dank frühzeitiger Buchung kostenlos war. Wir stiegen auf die Ladefläche eines Pickups und fuhren zunächst an den Rand des Dschungels, wo wir uns schließlich in einem kleinen Dorf mit frei herumlaufenden Elefanten wiederfanden. Elefanten wurden in Thailand traditionell als Nutztiere gehalten, vor 1920 konnte man Chiang Mai zum Beispiel kaum anders als auf dem Rücken eines großen Dickhäuters erreichen. Jeweils 2 Leute nahmen auf der Bank platz, welche dem Tier auf der Schulter vertaut worden ist und eine dritte Person sitzt auf seinem Nacken. Ich saß also auf einer kleinen Bank in knapp 3 Meter Höhe und begann meinen Ausritt mit zwei Mädels aus England. Überraschenderweise ging es steil bergauf, und irgendwie war unsere Bank deutlich schiefer als die der anderen drei Elefanten, welche mit dabei waren. Dazu kam, dass wir anscheinend „the lazy one“ erwischt haben. Alle zwei Meter blieb er stehen und streckte gierig seinen Rüssel in Richtung Katy, in der freudigen Erwartung wieder eine Banane von ihr zu bekommen. Irgendwann war die Tüte Bananen jedoch leer, und das träge Tier blieb einfach stehen, während uns Einer nach dem Anderen überholte. Erst als unser Vieh sah, dass es oben auf dem Hügel (wo die Anderen mittlerweie waren) anscheinend auch etwas zu essen gab, konnten wir wieder aufschliessen. Oben beugten sich die stattlichen Tiere ein Stück weit über den steilen Abhang, um an etwas Bambus zu kommen, was die Mädels ein wenig in Panik versetzte. Aber irgendwie muss Jumbo ja auf seine 200kg Nahrung am Tag kommen. Das abenteuerlichste war jedoch er Abstieg, da unsere Sitzbank definitiv nicht richtig befestigt war. Ich war wollte mir gerade die Arme einkremen, als Jumbo sich plötzlich in Bewegung setzte. Zu den 20% Gefälle kam bei uns aber nochmal etwa das Gleiche an Neigung durch die Bank dazu, sodass ich mich mit beiden Händen festhalten musste und all die Sonnenkreme auf dem Elefantenohr landete – kann ja nicht schaden. Ich musste also mich und die kreischende Engländerin neben mir festhalten, während Jumbo den Hügel runter ins nahegelegene Flussbett (er hatte anscheinend auch Durst) trottete und habe jetzt ein wenig Muskelkater. Von alleine hätte ich diese Tour nicht gebucht, da es mir zu touristisch gewesen wäre und ich Bedenken gehabt hätte, ob es den Tieren dabei gut geht. So war es halt in der Free Tour mit drin und im Nachhinein besser als erwartet, die Elefanten wurden dort auch ganz gut behandelt.

Es gab auch Abkürzungen
Wir wurden wieder auf den Pickup geladen und fuhren in ein altes traditionelles Dorf, wo uns Einheimische eine Mahlzeit brachten. Die Dorfomi drehte Zigarren aus Bananenblättern und paffte die ganze Zeit, während wir aßen. Wir schauten uns noch das Dorf an, wobei ich mich einmal ziemlich erschrocken habe als ein huhnähnliches Vieh aus einem Mülleimer sprang. Anschließend ging es zu einem Wasserfall im Jungle, wohin wir jedoch erst trekken mussten. Ein Stunde ging es über teilweise sehr anspruchsvolle Wege und Klettersteige immer weiter den Fluss hinauf. Stolz am Wasserfall angekommen hieß es erstmal Ausziehen und rein da! Wir hatten eine Mordsgaudi, weil das Wasser aus einigen Metern Höhe kam und ziemlich viel Kraft hatte. Ich muss die Holländer, mit denen ich sehr viel unternehme nachher mal nach Fotos fragen. Nach unserem Rückweg ging es schließlich weiter zum wild water rafting. Der Weg dorthin war extrem holprig, was die Fahrt als solche zu einem Erlebnis machte. Wir steckten ein paar Mal fest und sahen einen Bagger Dreck in ein größeres Loch vor uns kippen – Das glätten übernahm dann teilweise unser Unterboden. Tum (Der Holländer) und Ich spielten ein Spiel (genau, ein Spiel) wobei derjenige gewann der den streng guckenden Asiaten auf dem Moped hinter uns am öftesten zum Lachen brachte. 
Das Ziel: Der Wasserfall
Wo ist denn der Weg?










Am Ablegeplatz angekommen gab es dann erstmal eine Einweisung, bei der die irren Einheimischen uns die Kommandos beibrachten und wir sie dann als Trockenübung ausprobierten. Ein Spanier, der offenbar nicht der Hellste oder nicht der Nüchternste war hat dauernd in die falsche Richtung gepaddelt. Ich musste Tränen lachen und wir tauften ihn schließlich „the backwards guy“. Der Raft selber war leider größtenteils eher langweilig. Nur an einer Stelle wurde es plötzlich sehr heftig, ich saß vorne im Boot und schrie die ganze Zeit „Fuck! Fuck! Fuck!“. Nach dem Abschnitt wurde es laut im Boot – Rüdiger war weg. Es kam kurz Panik auf, weil wir auf den nächsten heftigeren Abschnitt zutrieben und Rudy es irgendwie nicht ins Boot schaffte. Es ging aber alles gut und mittlerweile kann er drüber lachen. Eine andere Chance hat er auch nicht, da wir ihn schließlich alle paar Minuten damit aufziehen. Das letzte Stück fuhren wir dann noch auf Bambusflößen, was aber recht öde war. Das Floß war etwa 20cm unter der Wasseroberfläche – Die Deutschen sind halt einfach zu fett für Thailand. Von alledem gibt es leider keine Fotos, da wir alle Sachen im Pickup gelassen haben. Erwähnenswert wären noch die irren Einheimischen, die uns auf der Tour begleitet haben. Beim Elefantenritt haben sie sich dauernd mit dessen Kot beworfen und als vor dem Rafting einer von ihnen Kotzen gehen musste haben alle Anderen die Einweisung unterbrochen um fleißig Kies in Richtung des Klohäusschens zu werfen. Andere Länder, andere Sitten.

Am Abend gingen wir in Chiang Mai feiern, was wirklich extrem lustig war. Ich spielte meine erste englische Runde Kings auf der einfach nur genialen „rooftop bar“. Dort muss man die Schuhe ausziehen und sitzt ohne Stühle auf dem Dach an kniehohen Tischen. Ich hatte extrem viel Spaß dabei, den Holländern unartige Wörter beizubringen und mich dabei beömmelt wie sie andauernd probierten es auszusprechen. Die englische Sprache wurde mir beim Kings ein wenig zum Verhängnis und ich ich musste am nächsten morgen total zerstört und verkatert zu einem Fotografen gehen, um Passbilder für meine Visa in Laos und Kambodia machen zu lassen – Die Fotos sind grausam. Ich besorgte mir noch 35 amerikanische Dollar für das Visum und einen Fruchtshake. Die bekommt man hier an jeder Ecke und wenn man der Werbung glaubt, heilen sie sämtliche Krankheiten. Ich nahm einen mit Banane, angeblich gut gegen Hangover. Auf dem Weg nach Laos hielten wir noch an einem sehr prächtigen, weißen Tempel. Alleine das Klohäuschen wäre beeindruckend gewesen. Es ist das Lebenswerk irgendeines berühmten thailändischen Künstler, der dafür 60 langjährige Helfer benötigte. Trotz zahlreicher großer Verbotsschilder machte ich auch innen zwei Bilder und komme jetzt wahrscheinlich in die buddhistische Hölle. Ich ärgerte mich ein wenig, dass ich es in Chiang Mai nicht mehr geschafft habe Tiger Kingdom zu besuchen, wo man mit den Raubkatzen im Gehege spielen kann – vielleicht beim nächsten Mal. 
Auf der Rooftop Bar in Chiang Mai mit Holländern, Engländern und Iren.





Billardtisch mit Maximum Flavour
In Chiang Khong an der laotischen Grenze bezogen wir schließlich ein Zimmer direkt am Mekong, der Thailand dort von Laos trennt. Wir fuhren per Rad zu einem Restaurant, wo ich günstig sehr scharfes, aber leckeres Thaicurry aß und zwei Runden Lottobillard an einem recht provisorischen Billardtisch verlor. Abends habe ich dann bei dem Versuch mein Handy aufzuladen erstmal das gesamte Gebäude lahmgelegt. Uuuups, falsches Loch. Die thailändischen Steckdosen sind aber auch wirklich nicht für europäische Stecker gedacht. Da kein Angestellter zu finden war irrte ich schließlich mit einer Taschenlampe über das Gelände, wobei ich aufpassen musste nicht dauernd die kleine Katze zu treten, die mir immer hinterher rannte. Ich fand schließlich den Sicherungskasten irgendwo im Haus und erlöste meine armen Mitreisenden.

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Heute Morgen ging es nach ein paar Pancakes schließlich mit alten Holzbooten über den Mekong und die Einreiseprozedur begann, welche deutlich komplizierter als in Thailand oder den Emiraten ist. 31 amerikanische Dollar und ein verkatertes Passbild ärmer machte der Reisepass im Grenzhäuschen Party, während ich fotografiert wurde und diverse Zettelchen ausfüllen musste. Dann musste ich mich schließlich von meinen Mitreisenden verabschieden, da ich alleine in Huay Xai bleiben wollte, um in den nächsten Tagen den Jungle zu erobern.
Und da war es wieder, das plötzliche Gefühl der Orientierungslosigkeit. Ich ging die Straße hinauf zur Hauptstraße. Ich fand einen Geldautomaten und wurde zum Millionär – 1.000.000 laotische Kip sind knapp 100 Euro. Ok, das wäre geschafft, aber was nun - rechts oder links? Egal. Ich entschied mich für links, und der dritte Laote den ich ansprach konnte sogar ein paar Worte Englisch. Es stellte sich heraus, dass es der I-have-everything-for-the-gibbon-Typ war, den ich aus irgendeinem Reisebericht in Erinnerung hatte. Er hat einen Kiosk und verkauft in erster Linie Snacks und Getränke an Einheimische, unter Anderem Whiskey mit eingelegter Schlange oder Skorpion – jeden Morgen ab 5 Uhr. Wir unterhalten uns mehr mit Händen und Füßen als mit Worten und er empfiehlt mir das Gästehaus gegenüber seines Geschäftes, wo ich mir schließlich für umgerechnet knapp 5 Euro ein Zimmer für eine Nacht buchte. Darin sitze ich nun und schreibe den Rest von diesem Bericht, während mir ein pinker Ventilator warme Luft ins Gesicht pustet. 

Meine Absteige für heute Nacht
Überfahrt nach Laos
Heute Nachmittag habe ich bei meinem Tourveranstalter eingecheckt, dessen unscheinbares Büro ich erst ein wenig suchen musste. Ich wollte eigentlich einen Roller mieten, aber am Wochenende ist das hier anscheinend nicht möglich. Der erste vermeindliche Rollervermieter entpuppte sich außerdem als Wohnhaus, in dessen Garten etwa 20 Einheimische mit dem Abriss einer Hütte beschäftigt waren – es waren wohl ihre Roller. Also lief ich zufuss durch irgendein Wohngebiet und stellte fest, das Laos wohl noch eine Spur wilder als Thailand zu sein scheint. Treppen aus Lehm neben Wohnhäusern auf Stelzen am Hang, freilaufende Hühner und 8-jährige Mädchen, die ohne Helm mit 125cc-Roller durch die Straßen flitzen sind hier ganz selbstverständlich. Es dämmerte und ich wurde ein wenig kritisch beäugt, sodass ich mich auf den Rückweg machte und Ham, dem Kiosktyp noch einen Besuch abstattete. Er verkaufte mir mit Hilfe diverser bekritzelter Pappschilder 2 Sandwiches für morgen früh und lud mich spontan zum Essen ein. 
Da saß ich also schließlich eben im Kiosk von Ham und ließ mir ohne Ende „Sticky Leis“ auf meinen Teller schaufeln, während seine kleiner Tochter Mani an mir rumkletterte. Dazu gab es komische Pilzsuppe, das Fleisch irgendwelcher Schweineknochen und pervers scharfe Chilis. Als Mani direkt neben mir auf den Boden pinkelte gab es nur kurz Gelächter und Ham hat weitergegessen – Der Boden ist ja immerhin abschüssig zur Straße. Nach 10 Tagen auf Tour bin ich anscheinend schon abgehärtet genug um den Geruch zu ignorieren und nahm mir noch ein wenig Leis, Polk und Mushlooms. So nannte es jedenfalls Ham, der wie alle Einheimischen hier kein R aussprechen kann. 

Ham und Ich in seinem Kiosk. Dont forget me!
Ich werde nun noch ein wenig meinen Kram sortieren, denn ich habe zum Beispiel mittlerweile 5 verschiedene Währungen im Portemonaie und absolut keinen Überblick mehr. Außerdem werde ich noch meinen Reiseroute- und Kontaktbereich aktualisieren. Morgen beginnt dann schließlich mein Trip in den Jungle, was voraussichtlich das Highlight meines Asientrips werden wird. Aber mehr dazu gibt es erst in ein paar Tagen. Ich musste eben schon einen Haftungsausschuss unterschreiben, falls ich Schaden durch Bären, Schlangen oder andere Tiere nehmen sollte. Ich bin sehr aufgeregt und freue mich riesig auf die nächsten 3 Tage, in denen ich auch nicht erreichbar sein werde. Macht es gut und freut euch auf hoffentlich tolle Bilder im nächsten Bericht,

Florian


30. Oktober 2012

Three nights in Bangkok

Hallo ihr Sauerkräute,
ich bin gerade auf einer langen Busfahrt gen Norden und habe jede Menge Zeit von meiner Ankunft in Bangkok zu berichten, wenn ich nicht gerade durch die große gesprungene Scheibe die Landschaft Nordthailands betrachte. Jede Menge Zeit werde ich auch brauchen, denn was ich in Bangkok erlebt habe (speziell meine Ankunft) lässt sich nicht mit wenigen Sätzen vermitteln.

Mir stand also schon wieder so ein doofer Flug bevor. Im Duty-Free in Abu Dhabi hatte ich mir eine Flasche Vodka und Fruchtnektar zu einer ziemlich üblen Mischung in meine Trinkflasche gekippt und war um 7 Uhr morgens am Gate fleißig damit beschäftigt sie zu leeren. Die Strategie ging auch zunächst auf, doch während der letzten Flugstunde und bei der Landung ist mir dann vor Erschöpfung, Alkohol und dem Flug dermaßen schlecht geworden, dass ich nur noch kreidebleich meinen Kopf an die Sitzlehne des Vordermanns gekachelt vor mich hin vegetierte. Der Bordcrew wurde also nicht langweilig, aber die Kotztüte muss bis heute auf ihren Einsatz warten.

Da stand ich nun, mal wieder total zerstört, vor dem Flughafen in Bangkok und hatte keine Ahnung was ich tun sollte. Eigentlich wollte ich mich die letzten Tage vor dem Abflug mit Bangkok beschäftigen, doch am Ende war alles zu stressig und ich überhaupt nicht vorbereitet. Es war bereits stockfinster und die schwüle Luft einer der feuchtesten Monate hier schlug mir auf die müden Knochen. Ich stand an einem der vielen kleinen Ausgänge des Flughafens direkt vor einer Art Autobahn und fühlte mich so elendig und hilflos wie selten zuvor. Das Hab und Gut für die nächsten Monate an mir hängend sah ich lediglich ein paar Autos und fremde, wild gestikulierende Einheimische. Von meinem alten Leben irgendwie komplett abgeschnitten ging ich erstmal zurück in den Flughafen und setzte mich auf den Boden. Was nun? Ich lief ziellos den Gang entlang und hielt Ausschau nach anderen Backpackern. Schließlich traf ich Merlin und Olivia aus Berlin, und wir entschieden uns zusammen ein Taxi in die Stadt zu nehmen. Das Pärchen (29 und 34) hatte die Adresse irgendeines Hostels, wussten aber auch nicht genau wo in dieser 8-Millionen-Stadt es liegt und wie weit es entfernt ist.

Das "Polizeiauto"

Verkehr in Bangkok

Wir entscheiden uns für das mit 600 Baht günstigste pinke Taxi und der Thai wirft unsere Rucksäcke in den Kofferraum, der aber nicht zugeht. Er springt ein paar Mal wild darauf herum, hat aber keinen Erfolg und will mit offenem Kofferraum losfahren, all unsere existenziell wichtigen Gegenstände wie auf dem Präsentierteller. Kurz sprachlos wollen wir uns beschweren, da ist er schon dabei das Gefährt im Gegenverkehr zu wenden und irgendwie in Richtung noch mehr Verkehr zu manövrieren. Es gibt keine Gurte und die Türen sind von innen nicht zu öffnen. Wir fahren auf den Highway und halten wenig später auf dem Standstreifen, der seinen Namen in Thailand offenbar nicht verdient hat. Total perplex schauen wir den aussteigenden Thai an, da sehen wir hinter uns einen Polizeiwagen mit Blaulicht. Der Thai und der Polizist beginnen, unser Gepäck in den Polizeiwagen zu werfen und wir steigen hektisch aus – mitten auf dem Highway. Offenbar soll die Polizei uns jetzt ans Ziel bringen. Es gibt eine wilde Diskussion, da er offenbar keine Ahnung hat wo wir hinwollen und der Thai Geld verlangt, was wir natürlich erst wie vereinbart bei Ankunft am Hostel zahlen wollen. Die beiden Fahrer streiten sich einige Minuten auf thailändisch, Scheine wechseln den Besitzer und beide machen Anstalten wieder einzusteigen. Ich setze mich also in das blauweiße Auto, welches immernoch Blaulicht anhatte - hauptsache bei meinen Sachen bleiben. Ich vergewissere mich, dass der Kofferraum zu ist und sehe einen großen Heckspoiler, als der Wagen mit einem lauten Brüllen anspringt. Im Innenraum ist neben zig LED-Leuchten, einem Drehzahlmesser bis 12.000 Umdrehungen und seperater Ladedruckanzeige auch ein Taxometer zu sehen. Es ist also doch kein Polizeiwagen sondern ein total verbasteltes offizielles Taxi, was die Gäste von den Betrügern am Flughafen übernehmen muss, da diese sich nicht ohne Lizenz in die Innenstadt trauen. Auf unnötiges Gewicht wie Kopfstützen, Airbags oder Gurte wurde natürlich dennoch verzichtet. Macht aber nichts, der Fahrer weiß ja was er tut. In Bangkok herrscht ganz grob Linksverkehr, Linien oder Schilder sind aber bestenfalls als Empfehlung zu sehen. Dazu eine Prise Rennfahrermentalität und die Erkenntnis, dass man beim Festpreis mehr verdient wenn der Kunde schneller am Ziel ist, und man wird Zeuge einer Anti-Fahrstunde wie aus dem nicht vorhandenen Lehrbuch. Ich kann mich nicht entscheiden ob ich fasziniert sein soll oder einfach nur nach Hause will. 

Typischer Verkaufsstand Montag früh
Die Entscheidung fiel jedoch leichter, je weiter wir uns unserem Hostel näherten. Sätze wie „Alter, ist das krass“ und „Was geht denn hier ab“ hallen durch die Fahrerkabine, als mir ein Sabbertropfen aus dem staunend offenen Mund entflieht. Ich hatte schon einige Berichte gelesen und Bilder gesehen, doch was dort auf der Straße abgeht muss man anscheinend selbst gesehen haben. Es war Sonntag Abend, und die Straße war voll von Menschen, überall wirrer Verkehr, bunte Lichter, Musik, Stände, Garküchen und noch mehr Menschen. Ich kann es so oder so nicht authentisch beschreiben, jedoch aber wie ich mich gefühlt habe: Wie frische Beute, die gerade in einen Ameisenbau geschleppt wird. Wir fanden schließlich das Hostel hinter diversen Pflanzen und Teichen in einer Nebenstraße und konnten auch spontan einchecken. Weit entfernt von der berühmten Khao San Road, zu der ich wohl gefahren wäre wenn ich Oli und Hocker nicht getroffen hätte, tauften wir dieses geniale Backpackerhotel „Oase im Chaos“.

Rezeption vom Suk11
Mein Zimmer war die Treppe hoch
Strom gabs nur mit Mühe

Diese Stadt ist einfach irre. Dreckig und chaotisch, hektisch und gefährlich zugleich. Trotzdem irgendwie offenherzig, gemütlich und unkompliziert. Bangkok polarisiert, jeder ist zu Beginn wahrscheinlich abgeschreckt. Wenn man aber über die Straßen läuft, erfährt man hautnah das pure Leben, da einfach alles auf der Straße stattfindet. Eine alte, faltige Thaifrau brät undefinierbare Speisen auf offener Flamme neben zwei Ladyboys, die sich an einem unverzichtbaren Strommast, der halb auf der Straße steht räkeln. Ein kleines Mädchen rennt vorbei und hängt sich mit aller Kraft an den Arm eines Touristen, und bringt das erbettelte Geld zu ihrem beinlosen Vater, der ein paar Meter weiter mitten auf dem Gehweg schläft. Neben ihm steht ein Straßenstand, wo nützliche Dinge wie Wackelbuddhas, Opium und Schlagringe mit Batmanlogo verkauft werden. Zahllose Bars und Lokale verschiedenster Art, wohin man auch schaut. Und schon wieder hält ein tief blubberndes, hupendes Tuktuk, dessen Fahrer lauthals auf sich aufmerksam macht. Eine Mischung aus hunderten Gerüchen, Geräuschen und Bildern überfordert die Synapsen – Ich liebe es.

Unterwegs im Wassertaxi
Am nächsten Tag bin ich mit Oli und Hocker nach einem traditionellen Frühstück auf kniehohen Tischen zum Fluss geskyrailt und per Wasserbus gen Norden gefahren. Der Fahrer sitzt ganz vorne im Boot und bekommt durch verschiedene ohrenbetäubende Pfeiftöne seines Schiffjungen mitgeteilt, wie er es zu steuern hat. Abgase werden mit Hochdruck in den Fluss gepustet, sodass sich eine Wolke aus schwarzen Wassertropfen auf alles Zurückgelassene legt. Wir schauten uns einige Attraktionen an, doch meiner Meinung nach können ein goldener Buddha und prachtvolle Tempel nicht mit der eigentlichen Attraktion, nämlich das vorhin beschriebene Treiben auf den Straßen mithalten.

Unser VIP-Abzocktuktuk
Kulturgedöns muss auch mal sein
Wir sind später einem bemerkenswert gut organisierten Abzockerring näher gekommen. Ein Thai sah uns mit dem Stadtplan auf der Straße und gab uns Tipps, zeichnete etwas in den Plan und hielt ein Tuktuk für uns an. Es sei gerade Big Buddha Day und da gibt es viele Geheimtipps für Touristen. Soweit so gut, wir hielten bei Tempeln und sollten für Health und Money beten. Irgendwann kam uns scheinbar zufällig ein Geschäftsmann entgegen und erzählte uns zugegebenermaßen wirklich glaubhaft (Er macht das wohl schon etwas länger) die absurde Geschichte, dass bei den Festtagen Rubinschmuck ohne die sonst üblichen 195% Steuern zu kaufen wären, und man diese im Ausland locker für das Doppelte wieder loswird. So absurd sich die Sache jetzt anhört, bei der Professionalität wundert es mich nicht, dass so viele Leute darauf reinfallen und mal eben bunten Kies im Blechmantel für einen Betrag kaufen, der in Thailand einem Lottogewinn gleichkommt. Der nette Mann kannte sich in Deutschland aus und unterhielt sich mit Merlin über deutschen Fussball. Die ganze Geschichte würde diesen Blogeintrag entgültig sprengen, unser Tuktukfahrer fuhr uns letztendlich an Orte wo wir nicht hinwollten, ich lief mein Schwingmesser in der Hosentasche fest umklammert durch dubiose Fabrikhallen, musste viel diskutieren und zwischendurch auch mal laut werden. Man muss also höllisch aufpassen und kann vielen Leuten leider nicht trauen. Nette Menschen erzählen einem zum Beispiel, der Tempel wo man hin möchte sei geschlossen, um dich für anderweitige gewinnorientierte Interaktionen verfügbar zu halten. Tuktuk fahren an sich ist eh so eine Sache, es ist wie besagtes Taxifahren nur eben in einer Blechschachtel die nochmals mehrfach unsicherer ist als ein Moped. Unsicherer von A nach B kommt man wahrscheinlich nur in Indien. Ich finde man sollte es einmal gemacht haben um zu wissen wie es ist, dann aber doch lieber auf andere Transportmethoden zurückgreifen.

Mein erster Lachflash
Khao San Road
Ganghöhe ca. 1,40m




Gestern Abend war ich mit Ting aus Taiwan unterwegs, wir gingen günstig seine landestypischen Speisen probieren und tranken uns von einer coolen Bar zur Anderen. Bei „cheap charlie“, meiner Lieblingsbar in der nähe des Hostels, muss man erst eine Lücke im endlosen Sammelsurium von Krimskrams finden, um überhaupt mit der Thekenkraft kommunizieren zu können. Später waren wir noch in einer Gogobar und wurden dort rausgeworfen, weil wir keine persönliche „Lady“ bei uns sitzen haben wollten, um diese fleißig mit „Ladydrinks“ zu versorgen. Draußen kneifen uns dauernd Frauen im vorbeigehen in den Bauch um Interesse zu signalisieren, eine hat mir sogar woanders hingelangt. Wir spielen noch traditionelle Glücksspiele mit Thais und Ting schenkt mir Karten von Thailand und Chiang Mai. Ich mache die Nacht durch, da ich heute früh um 5 bereits zu meiner großen Tour aufgebrochen bin. Dubai war beeindruckend, aber noch irgendwie mit europäischen Großstädten halbwegs vergleichbar – Bangkok hingegen ist eine völlig andere Welt.

Ting und ich mit einem Changbeer bei Cheap Charly - Schild leider verdeckt: "onley pee donot shit!!"
Jetzt habe ich mal wieder einen endlosen Text zu nur 2-3 Tagen der Reise geschrieben, und dabei sogar noch eine Menge ausgelassen. Es ist eine nicht enden wollende Flut aus Impressionen aller Art, die auf einen prasseln und es ist schwer, das zu vermitteln. Ich hoffe ihr habt Freude an meinem Geschreibsel, fände es auch toll wenn ihr Verbesserungsvorschläge oder Fragen habt, mir sagt was ihr gut fandet und was nicht, und was euch vielleicht noch interessiert. Herzlichen Dank auch für die vielen lieben Emails und Nachrichten! Bitte habt Verständnis das eine Antwort etwas dauern kann. Alleine die Tatsache, dass man so lange von allen Menschen weg ist die einem etwas bedeuten, und wie ich und sie damit umgehen zeigt mir schon viele neue Erkenntnisse auf. Und der Rückhalt in der Form, wie ich ihn im Moment von allen Seiten bekomme und nicht erwartet habe bedeutet mir sehr viel. Danke! Macht es gut und baut nen Schneemann für mich mit,

Florian